Stadtwerke Eggenfelden KU
Die Stadtwerke Eggenfelden KU wurde im Jahr 2000 gegründet und ist verantwortlich für die Trinkwasserversorgung für das Gemeindegebiet Eggenfelden sowie für die Wasserlieferung an die Gemeinden Massing und Unterdietfurt.
Täglich werden rund 2,5 Millionen Liter sauberes Trinkwasser nach Eggenfelden geliefert. Im eigenen Wasserwerk wird das gewonnene Wasser ohne chemische Zusätze aufbereitet, sodass die Bürgerinnen und Bürger eines der besten Trinkwasser Europas genießen können.
Sitz der Stadtwerke Eggenfelden KU ist Eggenfelden.
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Von der Quelle bis zum Wasserhahn
Hier nun eine vereinfachte Darstellung, welchen Weg das Wasser von der Quelle bis zum Wasserhahn für die Versorgung von Eggenfelden und der Gemeinde Unterdietfurt, sowie den Gemeindeteil Oberdietfurt der Gemeinde Massing nimmt.
Wassergewinnung
Das Regenwasser, das in der Erde versickert, durchläuft verschiedenen Bodenschichten, wie z. B. Lehm-, Ton-, Schluff-, Sand- und Kiesschichten, wird dabei gereinigt und sammelt sich letztendlich auf Erdschichten, die wasserundurchlässig sind.
Dieses angesammelte Wasser ist das sog. Grundwasser, dass als eine Art unterirdischer Fluss den Bereich der Gewinnungsanlage in Oberdietfurt unterfließt und als „Peracher Rinne“ bezeichnet wird.
Mit Hilfe von vier Brunnen, die 78 m bis 95,50 m tief sind, wird das Grundwasser "angezapft" und mittels Brunnenpumpen ins Wasserwerk befördert (Skizze der Brunnen). Pro Brunnen können bis zu 30 Liter Wasser pro Sekunde gewonnen werden. Im Normalfall ist es zur Versorgung des Stadtgebietes und der anderen Gemeinden ausreichend, wenn vier Brunnen mit einer Leistung von 15 Liter pro Sekunde im Einsatz sind. Jährlich fördert die Stadtwerke Eggenfelden GmbH ca. 900.000m³ Wasser.
Wasseraufbereitung
Im Wasserwerk wird dem gewonnenen Grundwasser, dem so genannten Rohwasser, durch Sauerstoff und Filterung mit Quarzkies, Eisen und Mangan entzogen. Ein Teil des so bereits aufbereiteten Rohwassers durchläuft eine Kaskade. Dort wird dem Rohwasser überschüssiges Kohlenstoffdioxid, welches vom Regenwasser bei der Versickerung im Boden aufgenommen wurde, entzogen.
Bereits nach diesen Vorgängen ist aus dem Grundwasser ohne Chemie (z.B. Chlor) reines und gesundes Trinkwasser geworden – eine zusätzliche Behandlung ist nicht erforderlich.
Wasserförderung
Vom Wasserwerk in Oberdietfurt wird das Trinkwasser mit Hilfe von drei Pumpen, von denen jede das Trinkwasser mit 60 Liter pro Sekunde fördern kann, nach Eggenfelden zum Hochbehälter in Axöd gefördert. Die Förderung erfolgt über die sog. Hauptleitung (DN 400 AZ), die ca. 9 km lang ist und einen Durchmesser von 40 cm hat. Im Hochbehälter wird das Wasser in drei Becken mit einem Gesamtvolumen von 4.500 cbm gespeichert.
Wasserspeicherung
Der Hochbehälter, wie der Name selbst schon zum Ausdruck bringt, ist an einem der höchsten Stellen im Stadtgebiet errichtet worden, um viele Ortsteile ohne Einsatz von Pumpentechnik mit Wasser versorgen zu können. Das Wasser fließt somit von selbst in das tieferliegende Versorgungsnetz. Stadtbereiche, wie z.B. Falterer Berg, Kirchberg, Peterskirchen, die höher liegen als der Hochbehälter, werden mit Hilfe einer Druckerhöhungsanlage mit Wasser versorgt, da ohne diese Technik eine Versorgung mangels Druck nicht mehr möglich ist.
Von den Becken im Hochbehälter wird das Wasser in das Rohrleitungsnetz, mit einer Gesamtlänge von ca. 148 km, eingespeist und in die einzelnen Stadtbereiche und über die Hausanschlussleitungen zu den Wasserentnahmestellen befördert.
Das Wasserschutzgebiet
Damit die Wasserqualität dauerhaft gesichert ist, werden um die Gewinnungsanlagen (Brunnen) Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Innerhalb eines Wasserschutzgebietes ist die Nutzung und Bewirtschaftung der Flächen zum Wohle aller nur eingeschränkt möglich.
Das Wasserschutzgebiet der Stadtwerke Eggenfelden GmbH erstreckt sich auf 88 ha
Geschichte der Wasserversorgung Eggenfelden
Die Wurzeln der Eggenfeldener Wasserversorgung reichen bis weit in die Vergangenheit. Es kann nicht mehr festgestellt werden, wann zum ersten Mal Quellen gefasst und das Wasser mittels hölzerner Rohre zu den Marktbrunnen geleitet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts existierten etwa 20 Quellen, welche die Gemeindebrunnen, Brauereien und Bürgerhäuser vor allem am Marktplatz speisten.
Im Jahr 1897 beanstandete der Regierungspräsident u. a. das "schlechte Wasser" in Eggenfelden und verlangte den Bau einer zentralen Wasserversorgung. Zu deren Finanzierung wurde ein Jahr später die "Besitzveränderungskasse" gegründet, in die bei jeder Besitzveränderung eine Abgabe entrichtet werden musste. Am 9. Juni 1909 wurde unter Bürgermeister Forster trotz erheblicher Widerstände der Beschluss zur Errichtung einer zentralen Wasserversorgung gefasst und schon im August desselben Jahres unternahm man in Zainach die ersten Bohrungen; insgesamt erschloss man fünf Quellen. Die Pumpstation in Dietraching, der Hochbehälter in Axöd mit einem Fassungsvermögen von 250 m3, alle erforderlichen Leitungen und bereits 326 Hausanschlüsse konnten schon im Dezember 1910 in Betrieb genommen werden. Nach dem Krieg erweiterte sich Eggenfelden rasch. Flüchtlinge wurden heimisch, Betriebe wurden gegründet. Durch die erhöhte Einwohnerzahl und die rege Bautätigkeit stieg der Wasserverbrauch stark an und in der Folge kam es bei trockener Witterung zu Wassermangel, weil der alte Hochbehälter schon am Vormittag entleert wurde und die Pumpen den hohen Tagesbedarf nicht decken konnten. Mit Tankwägen der Feuerwehr wurde das Wasser in die höhergelegenen Stadtteile gefahren, die auf Grund ihrer Lage keinen Druck mehr in den Leitungen hatten.
Mit Beschluss von 1957 bzw. 1958 ließ Bürgermeister Bachmeier nur noch Leitungen mit kleinem Querschnitt verlegen und gestattete auch keine außergemeindlichen Anschlüsse, um so den Wasserverbrauch zu vermindern. Das hatte einen noch größeren Notstand zur Folge, so dass Firmen ihren Betrieb einschränken oder ganz einstellen mussten. Um von der Schokoladenfabrik größeren Schaden abzuwenden, legte die Feuerwehr eine lange Schlauchleitung. Im Rahmen des GA - Programms, das eigentlich Ölvorkommen aufspüren sollte, ließ Bürgermeister Bachmeier im Bürgerwald eine Suchbohrung durchführen, doch auch in 128 m Tiefe fand man nur Schlick. Das Wasserwerk in Dietraching lieferte mit seinen fünf Brunnen über Saugpumpen dauernd 12, in der Spitze 15 Liter Wasser pro Sekunde.
Der Brunnen in Mitterhof, der sogenannte Moser-Brunnen, wurde zu einem Problem. Dessen Wasser war sehr eisenhaltig und die dadurch entstandene Verockerung führte immer wieder zu Schäden an den Pumpen und Leitungen.1961 wurde neben dem alten Hochbehälter ein zweiter mit 1.000 m3 errichtet, was eine erhebliche Verbesserung brachte. Leider war auch dieser bei längerer Trockenheit nicht ausreichend. Das Problem konnte nur mit Erschließung weiterer Quellen gelöst werden. Das Landesamt für Wasserversorgung machte ihm keine Hoffnung, in Eggenfelden genügend Wasser zu finden; stattdessen schlug es vor, die Peracher Rinne anzubohren. Diese ist eine sehr wasserreiche Schicht in ca. 50 – 100 m Tiefe, die von Perach über Wurmannsquick nach Oberdietfurt verläuft. Da auch Oberdietfurt und die umliegenden Gemeinden Wasser benötigten, solle man den dort vorhandenen Brunnen übernehmen, die Anlage erweitern und die dortigen Gemeinden mit an die Eggenfeldener Wasserversorgung anschließen. Im Jahre 1969 konnte endlich das neue Wasserwerk und ein weiterer Hochbehälter mit 3.500 m3 Inhalt eingeweiht und so der Wasserbedarf für Eggenfelden und die an der Leitung liegenden Gemeinden auf Jahrzehnte hinaus gesichert werden. Um auch für die Anforderungen der ferneren Zukunft gerüstet zu sein, wurde 1997 ein vierter Brunnen abgeteuft. Die derzeitige Lieferleistung beträgt 60 - 65 l/s und kann bei Bedarf auf einen Spitzenwert von 120 l/s gesteigert werden.
In der Hofmark Gern errichtete Graf v. Lösch um 1913 eine eigene Wasserversorgung mit insgesamt drei Brunnen. Diese wurde im Jahr 1989 von der Stadt Eggenfelden übernommen und mußte umfangreich saniert werden. Von den drei Brunnen ist nur noch der neue Lichtlbergbrunnen mit einer Leistung von ca. 7 l/s in Betrieb. Der alte Lichtlbergbrunnen mußte wegen schlechter Wasserqualität stillgelegt werden. Zwischenzeitlich wurde eine Verbindung zu der Eggenfeldener Wasserversorgung hergestellt, um bei größeren Störungen und Wartungsarbeiten die Hofmark uneingeschränkt versorgen zu können.
Wasseraufbereitung
Im Wasserwerk wird dem gewonnenen Grundwasser, dem so genannten Rohwasser, durch Sauerstoff und Filterung mit Quarzkies, Eisen und Mangan entzogen. Ein Teil des so bereits aufbereiteten Rohwassers durchläuft eine Kaskade. Dort wird dem Rohwasser überschüssiges Kohlenstoffdioxid, welches vom Regenwasser bei der Versickerung im Boden aufgenommen wurde, entzogen.
Bereits nach diesen Vorgängen ist aus dem Grundwasser ohne Chemie (z.B. Chlor) reines und gesundes Trinkwasser geworden – eine zusätzliche Behandlung ist nicht erforderlich.
Die zwei großen Filter einer Aufbereitungsstraße sind mit abgebildetem Filterkies befüllt., Die abgebildeten Keramikringe befinden sich im Oxidator und dienen dazu, dass sich die Luft besser mit dem Wasser vermischt, um anschließend eine optimale Filterwirkung durch die beiden Schnellfilter zu erhalten.
Was ist Kalk im Wasser?
Kalkhaltiges Wasser ist etwas ganz Natürliches. Die Wasser – „Härte“ ist nichts anderes als ein Sammelbegriff für die beiden lebenswichtigen Mineralien Calcium und Magnesium. Enthält das Trinkwasser viel Calcium und viel Magnesium spricht man von hartem Wasser. Enthält es wenig, dann haben wir es mit weichem Wasser zu tun.
Wasser ist – wir können es jeden Tag aufs neue erfahren – ein sehr gutes natürliches Lösungsmittel. Es löst z. B. die anregenden Aromastoffe im Kaffee oder Tee.
Diese Lösungskraft des Wassers zeigt sich auch wenn das Wasser durch kalkhaltige Böden versickert. Das Regenwasser nimmt bei seinem Weg durch den Boden – wo es sich schließlich als Grundwasser sammelt – zahlreiche natürliche Mineralstoffe aus den verschiedenen Untergrundschichten auf, auch natürliches Calcium und Magnesium. Weil die Bodenschichten in den Trinkwassergewinnungsgebieten verschieden sind, sind auch die Härtegrade des Wassers unterschiedlich.
| Härtebereich | Millimol Gesamthärte je Liter | °dH |
|---|---|---|
| weich | bis 1,5 | bis 8,4 |
| mittel | 1,5 – 2,5 | 8,4 – 14 |
| hart | über 2,5 | über 14 |